YA-HA – Immer & Überall

YA-HA – Immer & Überall

“Kollektiver Strom durch die harte Wand” – Dieser Satz lässt sich ganz gut auf die Münchner Formation YA-HA anwenden.
Herzlich willkommen in der Welt von Janna, Schu und Dirksen und Flo Laber.

Mit ihrem Album “Immer & Überall” wollten sie eigentlich schon im Herbst 2011 an den Start gehen. Kurzum wurde der Release verschoben und die Zeit für die Tour und die Promo genutzt. Das ist wohl richtig angelegt in Anbetracht der doch noch recht jungen Bandgeschichte und des daraus resultierenden Bekanntheitsgrads des Quartetts. Janna ist Filmemacherin aus München, bei YA-HA agiert sie als “Frontfrau” und Sängerin.
Um sie dreht sich Schu alias Florian Schuster, besser bekannt als Kung Schu vom Blumentopf. Bei YA-HA, die er selbsterklärend seine zweite Band nennt, ist er am Drumcomputer und dem Synthesizer zu sehen. Vereinzelt kickt er hier und da auch eine Strophe am Mikro. Stilistisch und thematisch ist er dabei aber kaum als zentrale Figur einer der bekanntesten deutschen Rapbands zu erkennen. Aber hierum geht es bei YA-HA nicht. Ausgelebt hat sich Schu beim Diggen der 80er Kiste. Dieser Einfluss auf “Immer Und Überall” ist nicht zu überhören. Die frische der YA-HA Musik verleihen ihr dazu Flo Laber am Bass (auch Teil der Blumentopf Band) und Dirksen an der Gitarre. Diese Leistung ist den drei Herren hoch anzurechnen, denn diesen Sound dürfen sie zweifelsfrei ihr Eigen nennen (natürlich nur mit einem gewissen Künstlerego).

Welchen Hype das Album auslösen wird, bleibt dennoch abzuwarten. Im März 2012 geht der zweite teil der Tour los. Eines steht fest, durch Verkäufe lässt sich der Erfolg der Band nicht ableiten. Dies hier ist LIVE Mucke. Man muss dabei sein, es fühlen, es sehen und auf sich wirken lassen. Wir als harte Wand – YA-HA der kollektive Strom!

Inhaltlich bewegen sich Janna und Schu aber keinesfalls auf einem belanglosen Niveau. Die Texte haben Hand und Fuss. Anspieltipps sind “Alles & Eins” (mit einer traumhaften Melodie), “Made In China” und “Herz Bleibt Stehen”. Und bei genauem betrachten hat auch “F.C.C.” seine inhaltlichen Stärken, die aber aufgrund der Musik und des “leuchtenden” Videos weichen.

In gewisser Weise ist YA-HA auch als Forsetzung des ruhenden Projekts Call Me Wonders (Schu, Janna, Flo Laber) zu sehen. Dabei hat sich der Sound, abgesehen davon, dass Janna bei Call Me Wonders auf englisch gesungen hat und Schu nicht zum Wort kommen ließ, nochmals gewandelt.
Auf “Immer Und Überall” ist für jeden was dabei: Freaky, pumpend, laut, rockig, elektronisch, inhaltlich, poppig… Wir schließen hiermit und legen euch das Werk audsrücklich ans Herz.

JDH