Sepalot – Chasing Clouds

Sepalot – Chasing Clouds

Einer der interessantesten Produzenten des Landes stellt mit Sicherheit Sepalot dar. Musikalisch extrovertiert kennen wir ihn – samplelastige gefühlvolle Beats zeichnen ihn aus. Da wäre noch mehr – in den letzten Jahren hat er es bei seinen Soloausflügen immer wieder geschafft zu überzeugen und zu begeistern. “Fraud”, “Red Handed”… mit der Zeit gewannn er mehr und mehr Anerkennung in der nationalen, aber auch internationalen Musikszene. Diese beschränkte sich zu keinem Zeitpunkt, weder bei ihm noch bei seiner Band Blumentopf auf die hiesigen Namen und Akteure der Raplandschaft, aus welcher sie und er eigentlich stammen oder zumindest am meisten wahrgenommen wurden und nach wie vor werden.
Sein Input muss enorm sein. Das stellt man sich einmal vor: Zigtausend Platten zuhause, eine der erfolgreichsten Radiosendungen auf egoFM (Münchner Radiosender für die fünf bayrischen Großstädte) aus dem Boden gestampft und in München eine Szene vor der Haustür, die sicher genausoviel hervorbringt, wie sie konsumiert.
Kollaborationen mit der Münchner Soulsängerin Esther Adam, Saigon oder Blu, dem Detroiter Rapper Frank Nitty auf “Fracture” oder der aufstrebenden neuseeländischen HipHop und Soul Künstlerin Ladi6, bei deren 2011er Release “The Liberation Of…” er die musikalische Federführung inne hatte, zeigen und machen hörbar eindeutig klar, dass Sepalot sein Talent und seine künstlerischen Fähigkeiten in die Welt hinaustragen muss.
Blumentopf auf der Einen, Sepalot auf der Anderen – in den letzten Jahren immer mehr im Einklang, was die musikalische Facette angeht. Es geht raus in die Welt. Was vor ein paar Jahren noch mehr voneinander zu trennen war, geht heute Hand in Hand. Sepalot gibt mit “Chasing Clouds” einen sehr angenehmen, erwachsenen Sound von sich.

Wir beginnen… Mit einem warmen “Servus” beginnt “Chasing Clouds”, gefolgt von dem HipHop Kopfnick-Kommando Tune “Change” mit Fashawn. “Rainbows” wird seinem Titel treu und regt zum Nachdenken an… Wundervoll!
Mit “Behind The Moon” (featuring Ono) geht es in die Vollen – eine herrliche Gitarrenmelodie führt durch den Song. “Rollercoster” dann, ein poppiger Ausflug in die Welt der Eintönigkeit, eher mau… Bevor es über “Can`t Feel Nothing” nochmal leiser wird, hören wir den Song “Poppin”, dieser transportiert einen sehr energischen Flavour – Man darf sich immer mal wieder die Live-Sets um den Release von “Chasing Clouds” vorstellen…
Ladi6 knüpft qualitativ, stimmlich und inhaltlich an “The Liberation Of…” an und liefert mit “Pick Up The Pieces” einen tanzbaren Song ab, bei dem aber die Melodie und die Künste, die Riffs und musikalischen Hooks von Sepalot weiterhin vorrangig bleiben. Mit viel Bass streben Sepalot und Buff1 nach dem Knaller des Albums, für mich bleibt es aber nicht weiter als ein nennenswerter Track des Releases. Die eigentlichen Songs macht der Meister dann eh lieber selbst. Zusammengesuchte Samples aus allen Bereichen der Musik, jeden Alters, jeden Landes machen “Chasing Clouds” mit den Visionen eines DJs und Produzenten zu einem ganz besonderen Werk mit eigener Aussage, wo ganz klar wird, dass ein MC oder Sänger nicht die einzige aussagekräftige und stimmbildende Facette eines Lieds bildet.
Ein weiteres Highlight für mich stellt “Too Fast For You” dar, wobei die vorausgehenden Songs “Get Out Of My Way” und “Warum Kann Ich Nicht Mehr” genauso am Leben halten und voll Freshness überzeugen!
Und so wird bald klar, dass Sepalot hiermit einen Meilenstein auf der Ebene der Produzentenalben geschaffen hat. Es wird sich zeigen wie weit und wo er damit überzeugen kann und wo er mit “Chasing Clouds” landet. Um den Weg nach draußen zu ebnen, nachdem sich Sepalot im Booklet zwischen seinem Equipment zeigt, dafür hat er alles gegeben – Auf die Plätze, fertig, auf die Bühnen dieser Welt!

JDH