Capone`N`Noreaga – The War Report (2) (Report The War)

Capone`N`Noreaga – The War Report (2) (Report The War)

Man hört ja so einiges von den beiden Eastcost Rappern Capone und Noreaga, besser bekannt als C-N-N. Jahrelang hatten sie Ausnahmestatus. Jahrelang pries man “The War Report” und später dann auch “The Reunion” an. Jetzt war es jahrelang still um die beiden. Der eine, gefangen im Knast, der andere versuchte zu retten was zu retten war. Mehr als enttäuschende Alben nahmen wir von NORE zu Kenntnis. Hier mal eine Single, da mal ein Album. Hier mal ein gecanceltes Album. Dort mal die Freilassung von Capone.

Es ist schon eine intensive Zeit, die die beiden zusammen verbrachten. Sie lernten sich 1992 im Gefängnis kennen. Capone seither mehr drin als draussen. Nach langen Streitereien sind sie nun seit ein paar Jahren auch wieder zusammen gesehen worden. 2009/2010 waren sie auf Europatour mit ihrem Album “Channel 10”. Wer sie gesehen hat, hat das Feuer vermisst, die Energie und Begeisterung für ihren Rap ging vollends baden. Zwei Männer mittleren Alters in einer Halbplaybackshow mit Tracks von damals und heute, aber vielmehr herzlosem Gespitte über gechartete amerikanische 12Inch Instrumentals. Peinlich…
Jetzt kommt so ganz still und heimlich ihr Nachfolgerwerk “The War Report (2)” ans Tageslicht und wir können, zumindest teilweise, begeistert sein über die Qualität des Albums.
Gleich “Pain” begeistert. Knallharter Eastcost Beat und motivierte Protagonisten, frisch und einfallsreich. Was dann folgt sind zwei musikalisch langweilige Tracks (das reißen auch Raekwon und The Lox als Gäste nicht raus), gefolgt von einem Representertrack, wie er im Buche steht, “My Attributes”.
Der nächste Lichtblick folgt mit “Hood Pride” (zusammen mit Faith Evans), mit einer gesungenen Hook und einem eingehenden Beat. Lyrisch besonders, das sind C-N-N sicher nicht. Aber ihre Art, den Hörern ihre Geschichten aufzudrücken, macht die Band mit aus. Musikalisch etwas zu düster fällt “With Me” mit NAS aus.
Mit “Live On Live Long” schließt sich der Kreis zum Erstwerk. “Say it loud (…) Say it proud”. Der Beat lädt zum Zurücklehnen ein und ist sicher ein Aushängeschild des Albums.
Mit Raekwon und Busta Rhymes zusammen rappen sie auf “The Oath”, dessen Bedeutung und Qualität sicher auch erst beim zweiten oder dritten Hören erkannt wird. Der gemeinsame Gegner steht schnell fest und die Wichtigkeit des persönlichen Umfelds rückt in den Vordergrund.
Intim wird es auf “Brother From Another” und die zwei sagen sich, wonach es lange nicht aussah. Herrlicher Beat mit Ohrwurmpotential.
Ausgeteilt wird dann auf “Scarface”. “The Corner” begeistert wieder mehr gegen Ende des Albums und C-N-N widmen alles der “Ecke”. “This is for the corner”, wie uns Avery Storm verkündet. Hier wird es auch wieder persönlicher, schöner Song.

Unterm Strich bleibt ein frisches Werk der beiden und wir können gespannt sein, was sich daraus entwickelt. Musikalisch wirkt es oft langweilig und eintönig. Die handvoll Lichtblicke sind ja aber dann immerhin vorhanden!

JDH