Absztrakkt – Diamantgeiszt
Und wie gut das neue Album von Absztrakkt in die derzeitige Musiklandschaft passt, wird euch hoffentlich beim ersten Hörgang deutlich! Aber keine Angst, es folgen weitere… So gut nämlich laufen die Tracks rein. Selten beim Hören nicht mehr so viel Spaß gehabt…
Dabei spart er sich bei keinem Track die achso dreckigen Fäkalwörter oder die metaphorisch gesprochenen Kopfkino-Filme auf. Es sind die Ansagen, die schocken, genauso wie die Vergleiche, die begeistern…
Nach dem Rückzug seines vermeintlichen Mentors Roey Marquis haut Absztrakkt ganz schön auf die Kacke. Die neue Heimat lautet 58Muzik, steht dabei, wär hätte es gedacht, für die ersten zwei Zahlen der Postleitzahl Lüdenscheids, der Heimatstadt Absztrakkts.
Und weil Muzik mit “z” geschrieben wird, Absztrakkt ebenso, macht er sich auch das Wort Diamantengeist zu eigen: Mit “Diamantengeiszt” steht das eigentlich ja (erst) zweite richtige Soloalbum (nach “Das Buch Der Drei Ringe”) des MCs im Laden. “Dein Zeichen” aus dem Jahre 2005 wird aber offiziell auch als dieses angesehen. Mittlerweile hat Absztrakkt auch zehn Jahre Release auf dem Buckel. Ohne Zweifel hat er die wohl markanteste Stimme hierzulande und macht sich das Wort “Flow” als einziger zu eigen: Spielt, Dreht durch und gibt einen Fick!
Was inhaltlich gleich auffällt: Absztrakkt gibt sehr viel persönliche Informationen über sich und sein Dasein heraus. Und so vollkommt jeder einzelne Track zu einem inhaltlichen Vulkan, aus dem man vielmehr ziehen kann, als vorerst angenommen.
Allerdings bewegt sich Absztrakkt wie bereits oben erwähnt nicht nur in seinen eigenen vier Wänden, auch wenn hier der Bezug zur eigenen musikalischen Entwicklung hergestellt ist…
“Ohne Scheiß, ich bin so froh, nie Teil des Medienhypes,
von diesem ganzen verhurten Rapgame gewesen zu sein,
verwickelt in dümmliche Techtelmechtel,
ich bleib in 58, rapp das Echte!”
… gibt es ganz andere Textstellen auf dem Album, wo deutlich wird, dass mit diesem Herrn auf raptechnischer Ebene nicht nur zu spaßen ist. Aber unter Strich wird deutlich, dass sich der Protagonist deutlich vom aktuellen Rapgeschehen distanziert und “sein Ding” macht.
Was er noch so alles mit seinem Ding macht, kommt auch nicht zu kurz auf “Diamantengeiszt”. Aber für mehr lohnt sich das Hören des Werkes.
Besonders Freude bringen die verwendeten Word Samples durch die Produzenten. Nicht nur deshalb macht das Album den Anschein, als sei es, zumindest in musikalischer Hinsicht, aus einer ganz anderen Zeit. Man stelle sich eine Lil Dap auf den Beats vor – Wow! An diese Stelle Lob an Tosh und SiebZehN für die musikalische Basis von “Diamantengeiszt”. Eine ganz besondere Ära kommt hier in der Hörerschaft auf…
Anspieltipps sind “Tanadug“, “Nur Biszchen“, “Karma“, “Lieblingszmensch” und “Übertragungszlinie“.
JDH






