Medal Of Rap & Good Music – Listen & Enjoy (2011)

Medal Of Rap & Good Music – Listen & Enjoy (2011)

Wow! Herzlich willkommen zur Rubrik “Medal Of Rap & Good Music“. Die Idee hierzu entstand im Zuge der Erstellung von Rezensionen für die Kategorie Reviews!
Oft ist die Zeit zu knapp, dann wird man zu spät bemustert, ein anderes Mal fallen keine Worte ein, die der Musik gerecht werden würde. Daraus ergibt sich oft eine zeitliche Verzögerung der Erscheinung der Review zum tatsächlichen Releasedatum.

Und genau hier setzt “Medal Of Rap & Good Music – Listen & Enjoy” an: Kurz, prägnant und auf den Punkt gebracht die Eckdaten eines Werkes und ein paar Sätze darüber hinaus. Keine Review, mehr eine Erwähnung um den Leser auf das wunderbare musikalische Schaffen aufmerksam zu machen. Weiterhin gilt, dass auch hier nur besprochen wird, was die Augen der Redakteure strahlen lässt – Zeit ist knapp und diese wird genutzt! Unserer Meinung nach eine weitere Möglichkeit, um auf gute Musik aufmerksam zu machen – That`s It!

Viel Spaß beim Lesen. Die neuste Besprechung findet sich OBEN, das ganze zieht sich ein Jahr lang! Rechts findet ihr hilfreiche interne Links auf MOST-DEF.com!
Hier eine kurze Übersicht:

Pikant – Autodidakt
Texta – Grotesk
Rasul – Writing Colours
Dennis Da Menace – Quintessenz
FR – Ganz Normaler Wahnsinn
Edo G – A Face In The Crowd
Kool Savas – Aura
Jedi Mind Tricks – Violence Begets Violence
Julius Holtz – Fool On The Hill
Danakil – Echos Du Temps
Akhenaton & Faf Larage – We Luv New York
Looptroop Rockers – Professional Dreamer
Joy Denalane – Maureen
Sara Lugo – What About Love
AND Onez – Luft Nach Oben
Jay Farmer – Dorf Rap
Schwäbische Küche – Wurde Auch Zeit
Kamikaze MC – Kritisch Aber Stabil
Ladi6 – The Liberation Of…

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Pikant – Autodidakt
Pikant aus Augsburg, Teil der Formation Die Gebrüder Grimmig, welche er zusammen mit Mike Row bildet (beide ehemals auch HiGHAG), releast sein Debutalbum “Autodidakt” in Eigenregie. “Autodidakt” bildet dabei das Ergebnis einer Essenz aus Tracks, die in den letzten Monaten entstanden sind.
Thematisch beschäftigt sich Pikant mit allgegenwärtigen Themen und schließt dabei die Brücke zwischen Chillout (“Der Song”) und nachdenklich anregend (“Kurz Vorm Ausrasten”).
“Autodidakt” zeigt einen talentierten MC mit einem überaus interessanten musikalischen Hintergrund (an dieser Stelle sei angekreidet, dass man durch die CD keinerlei Produktionsnotizen erhält…)! Auf baldige Releases!

Texta – Grotesk
Texta, die fünfköpfige Linzer HipHop Gruppe gehört seit Jahren zur europäischen Elite der Reimkunst. Durch zahlreiche Alben und Kollaborationen, unter anderem auch mit der Münchner Rapformation Blumentopf, konnten Texta immer wieder durch ihre Musik von sich überzeugen!
Mit “Grotesk” steht nun ihr sechstes Album in den Läden. Vier Jahre sind seit dem letzten Werk “Paroli” vergangen. Zeit genug für ein Live Album (“Sweet 16”) und die Soloalben von Skero, Flip und Huckey (EP).
Die alten Zeiten sind in die Band- und Musikgeschichte eingegangen. Werke wie “Kaleidoskop” (mit Total Chaos und Blumentopf) haben es zu unglaublichem Wert gebracht.
Und ist das gesprochene Intro von Fiva MC “Komisch, Sonderbar, Abstrakt,…” eine Einführung in das aktuelle Schaffen von Texta… Wir lieben diesen oberösterreichischen Dialekt, die Stimmung von Texta, ihre Lines und Statements. Anhörbar, zumutbar, interessant!

Rasul – Writing Colours
Und was würden viele geben, könnten sie “Writing Colours” in seiner vollendeten Form und Pracht hören?
Dazu wird es leider nie kommen… An dieser Stelle den allergrößten Respekt an Ali Rasul für diese herrlich geschriebenen Farben auf der vorliegenden CD, die im Sommer 2011 in einer Juice Edition erhältlich war.
Die erzählten Geschichten, eingehüllt in durchweg warme Beats aus perfektionierten Samplegrundlagen (Produziert haben Ju-Ar, Iman, Crada und Magicsoul). Der ehemalige Square One Member Rasul schuf ein Werk für die Ewigkeit und muss kurz vor der Fertigstellung gestanden haben. Wo und wie das Werk erhältlich ist, kann zum derzeitigen Zeitpunkt nicht geklärt werden. Für den Release sei an dieser Stelle Rasul`s Familie, in deren Auftrag das postume Album erschienen ist, dem Juice Magazin sowie dem Frankfurter Label Starting Lineup gedankt.
Mehr zum Inhalt einzig durch Hören. Rasul – Rest In Peace!

Dennis Da Menace – Quintessenz
Heilbronn 2011. Das kleine Indie Label Wortsport releast das Debutalbum des Endzwanzigers Dennis Da Menace. Der junge Wahl-Mannheimer Dennis ist dabei keinesfalls eine Neuerfindung des aktuellen Rapwahnsinns. Lang genug dabei, in den verschiedensten Funktionen der kulturellen Bewegung aktiv gewesen. Mit dem Rappen hat er definitiv recht behalten.
Was “Quintessenz zu bieten hat, ist mehr als hörenswert. Da passt Ton und Text zusammen. Zu ergattern ist das Album am besten über www.Wortsport.de. Nice Tracks in einer angenehmen Atmosphäre verpackt, thematisch unterhaltsam wie interessant, füllt Dennis Da Menace nicht nur die Wohnzimmer mit Wärme. Das aufwändige Artwork und die Verpackung als Digipack unterstreichen dabei die Liebe zum Detail! Dennis Da Menace bewegt sich selbst im kreativen Umfeld (u.a. auch durch eine Beteiligung auf dem Album zum Ausdruck gebracht) von Hulk Hodn, Dexter, V.Raeter, Suff Daddy, Plastic Surgeon, Beatvadda, Maniac (Demograffics), Jaques Shure, O-Flow und Fleisz.

FR – Ganz Normaler Wahnsinn
FR gestaltet den Alltag mit seinem aktuellen Album “Ganz Normaler Wahnsinn” für sein Auditorium interessanter, dabei fordert er seine Hörer heraus. Seine Storytelling Shows stechen besser raus denn je… Kaum ein anderer Künstler versucht uns die aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen insbesondere der Wirkung der neuen Medien auf das Individuum zu vermitteln wie FR. Und ohne immer zu einem Konsens zu kommen oder seine eigene Meinung dazu zu äußern, bringt er uns zum Nachdenken und setzt Zeichen (“Ganz Normaler Wahnsinn”´, “Gefällt Mir”, “Russisch Chatroulette”). Produktionstechnisch gesehen hat sich die Musik des Wahl-Berliners ebenso weiterentwickelt. Produziert haben die Beatgees. Live umgesetzt hat Herr Fabian Römer dieses Album im Rahmen seiner eigenen Tour bzw. auch als Support Act für Tim Bendzko. Und wenn man sich die Show anschaut wird klar, dass er sich in den nächsten Monaten wohl keine Gedanken oder Sorgen um leere Hallen machen muss.
Immer wieder interessant wie die Hörerschaft Zeuge einer künstlerischen Entwicklung werden kann. Danke für die Möglichkeit zur Teilhabe!

Edo G – A Face In The Crowd
Mit “A Face In The Crowd” glänzt der ehemalige Original Gangster Ed mit seinem (erst) dritten Soloalbum. Dabei releast der Bostoner bereits seit 1991. Mit seiner Crew Da Bulldogs veröffentlichte er bereits drei Alben, daneben arbeitete er immer wieder in Kollaboration mit anderen Acts. Dazu zählt neben Masta Ace auch Pete Rock oder seine Freunde um die Special Teamz (Jaysaun & Slaine). Edo G gilt als kontaktfreudiger Künstler der True School Ära, großgeworden in den 80er trägt er den Spirit der 90er! Weitere Zusammenarbeiten schloss er mit Marco Polo, DJ Premier, Ill Bill, Guru, Jaysaun, Big Shug, um nur einige zu nennen  – ebenso arbeitete er mit den deutschen Produzententeams um die Snowgoons und JR & PH7!
Mit seinem aktuellen Longplayer legt er ein sehr nices Album vor, welches man sich durchaus gut am Stück anhören kann. Hervorzuheben sind ruhigere Nummern wie “Only You” mit einer wunderbar sanften Pianomelodie, welche die Zeilen Edo`s musikalisch unterstreichen. “Fastlane” öffnet das Album, ein von Primo verlegter Beat mit dem man gut ins Album kommt. Der eigentliche Kracher des Albums steckt in “I Was There”. Inhaltlich als wertvoll entpuppt sich “Life” mit Chali2Na (Jurassic 5). Etwas monumentalistisch kommt “World On My Shoulders” (mit Made Men) daher. Weitere Features kommen von Bishop Lamont, Def Jeff, Amandi, Jtronious, M1 (Dead Prez) und den eingangs erwähnten Special Teamz.
Highlight also – das ist festzuhalten! 2012 gibt es dann ein neues Special Teamz Album!

Kool Savas – Aura
Kool Savas gilt seit Jahren als einer der versiertesten Rapper des Landes. Mit dem Titel “Aura” begannen die Gespräche über dieses gewisse Etwas, was die Magie des selbsternannten Kinf Of Raps ausmachen sollte. Eine Antwort scheint von vielen Seiten gegeben. Mit der zeitgleich zum Release des Albums erscheinenden exklusiven Ausgabe des Juice Magazins mit begleitender DVD Story zur Entstehung von “Aura” bekommt man einen sehr persönlichen Einblick. Kool Savas wirkt sehr ehrlich, frei und seriös.
Mit knapp 34 Minuten Spielzeit ist “Aura” sicher eines der kürzesten Platz 1 Alben der deutschen Musikgeschichte. Mit 37000 verkauften Einheiten katapultierte sich der Wahl-Heidelberger nach letztens Samy Deluxe auf Platz 1! Respekt. Dabei ist das nicht sehr verwunderlich – “Aura” ist seit langem das kompletteste Deutschrap Album. Savas wirkt bestärkt in seiner Rolle. Er sieht sich als Verfechter der unverwaschenen Rapmusik. Dabei distanziert er sich an vielen Stellen des Albums vom klassischen Battle Rap (“Aura”, “Nie Mehr Gehn”, “Nichts Bleibt Mehr”) und so öffnet er einer breiteren Masse einen optimaleren Zugang zu seinen fesselnden Tracks. Wer persönliche Zeilen hören möchte, legt sich am besten zu “Die Stimme” auf die Couch und schließt seine Augen…
Tracks wie “Stampf” und “Echo” kommen rau und gehen auf Konfrontation. “Kinf Of Rap – Ein Wunder” ist als einziger Ausrutscher verzeihbar. Absoluter Favorit ist “Und Dann Kam Essah”!
Dass die Aura des Herrn Yurderi nicht jedem gut tut, hat sein ehemaligerRapkollege Azad jetzt mit einer öffentlichen Kündigung ihrer Männerfreundschaft zum Ausdruck gebracht. Kein Kommentar!
Sehr zu empfehlen, ist die bereits oben erwähnte Sonderausgabe der Juice inklusive DVD, dabei erfährt man wirklich sehr viel Hintergrundwissen rund um Savas und seiner “Aura”, die er hat und ihn ausmacht…

Jedi Mind Tricks – Violence Begets Violence
Nach ihrem letzten Album im Jahre 2008 und zwischendurch mehreren verschiedenen Crew Projekten (AOTP) melden sich die Jedi Mind Tricks zurück. Nach “A History Of Violence” (2008) folgt nun “Violence Begets Violence” – einem Album ohne Stoup The Enemy Of Mankind.
Diese Meldung erreichte uns bereits Wochen vor dem Release. Was da wohl los ist? Welche Auswirkungen hat das auf die musikalische Basis der Gruppe? Kaum eine andere Gruppe hat sich musikalisch und episch so eingefahren wie Vinnie Paz und Stoup. Nach jahrelanger Abwesenheit glänzt auch wieder Jus Allah auf einem JMT Release seit dem letzten Album.
Gleich zu Beginn nach dem Intro vermisst man Stoup wahrscheinlich am meisten. Der Beat wirkt einfallslos, klassische Representernummer… Mit “When Crows Descend Upon You”, der ersten Single- und Videoauskopplung aus dem Album scheint vieles wieder besser. Storytelling Lines und ein wohl gesonnener Kopfnicker. True Shit!
Weitere Anspieltipps sind “Imperial Tyranny”, “Design In Malice”, “Target Practice”, “Carnival Of Souls” und “The Sacrilege Of Fatal Arms” (“I judge a man by how he dies….”). Die beiden letzteren sind passend untermauernde Beats für die kraftvollen Lyrics eines Vinnie Paz und Jus Allah! Dabei ist “Carnivals Of Soul” als geballter Battle Track anzusehen.
“Chalice” ist auf “Violence Begets Violence” wohl das musikalisch am meisten abweichenendste Stück. Aber richtig gut umgesetzt. Interessant – Vinnie Paz auf einem Reggae Tune! Zu guter letzt kommen die beiden dann mit “Street Lightz” zur Ruhe.
Das Album macht klar wer zurück ist… JMT!

Julius Holtz – Fool On The Hill
Mit dem Bild einer akustischen Klangwelt kommt man der EP von Julius Holtz sehr nahe. Der Instrumentalist schafft Bilder mit längst vergessenen Klangerzeugern – und auch wenn sich sein Equipment auf akustische Instrumente oder Synthesizer “beschränken”. Der Sound ist vielfach interessant und schaffst es den Hörer bei Stange zu halten. Die durchdringenden Drums, vermischt und ergänzt durch Cuts (“Orange Peaks”) lassen die Herzen von Instrumentalisten, Samplefanatics, Turntabelisten sowie Musikern höher schlagen.
Mit Mochilero (Spanisch “Backpacker”) eröffnet Julius Holtz eine EP, die über die sechs Tracks hinweg zu überzeugen weiss! Dabei greift er immer wieder auf alltägliche Geräusche zurück und schaffst somit eine filmische Atmosphäre. Vielleicht ist “Kopfkino” hier der richtige Begriff, den die Kollegen vom Dead Magazine bereits hierfür verwendet haben.
Uptempo bietet Julius Holtz annähernd mit “Fool On The Hill”, dem Titeltrack der EP – wunderschöne Melodie. Das Album ist als Download Version und Vinyl unter www.FoolOnTheHill-EP.com erhältlich.

Danakil – Echos Du Temps
Ein paar Takte genügen um festzustellen, dass hier Meister der musikalischen Kunst am Start sind. Danakil, derzeit die erfolgreichste Reggaeband unseres Nachbarlandes Frankreich, releast mit “Echos Du Temps” ein zeitloses Werk und wagt den Schritt Richtung internationale Festivalbühnen 2012. Jetzt erschien ihr Album auch in Deutschland. Die achtköpfige Gruppe präsentiert dabei ihr viertes Album. Gefunden haben sie sich bereits 2000. Wohin die Reise geht, ist ungewiss, das Potential für ganz große Leistungen hört man ihnen an!

Akhenaton & Faf Larage – We Luv New York
Ein Album, welches seinem Titel in allen Belange gerecht wird. Akhenaton seines Zeichen vermeintlicher Kopf der Marseiller Rapgruppe (Legendenstatus) IAM, welcher auch lange Zeit Übersee gelebt hat. Auf der anderen Seite Faf Larage, ebenfalls aus dem französischen Rap nicht mehr wegzudenken. Er ist der Bruder des IAM MCs Shurik`n!
Was uns auf dem Album erwartet, darüber wird ausführlich im Intro gesprochen. Aber auch für die nicht frankophonen Heads unter uns. Die Beats machen später deutlich woher die Einflüsse kommen. Und immer wieder diese durchdringenden Namen wie “Jay-Z”, “NAS” oder auch “Baggy” und “Flow”. Bekannt sind die Franzosen ja nicht dafür, dass sie Begrifflichkeiten aus dem englischen Sprachgebrauch “einfach” übernehmen – dafür ist die Initiative der staatlichen!!! Sprachschützer zu mächtig. Aber die Sprache unserer Kultur übergeht dies an vielen Stellen.
Ein wunderbares Album – Hommage anmutend! Anspieltipps sind “Le Sens Du Mot Flow”, “M.R.S.”, “On Revait New York” (Single- und Videoauskopplung mit Narimane), “The Show”, “In Memory Of…” und “Ni Fouet, Ni Maitre”. Geniales Album, einfach alle Tracks hörenswert. 5 Sterne!

Looptroop Rockers – Professional Dreamer
Supreme is back! Wohl die deutlichste Kraft auf dem Professional Dreamer Album der wieder vierköpfigen Crew aus Schweden. Auch wenn er sich am Mic noch etwas zurückhält und dem vermeintliche Flaggenträger der Gruppe, Promoe, den Vortritt lässt, merkt man es der inhaltliche Bandbreite des Albums durchaus an! Embee wieder einmal der alleinige Produzent, live betätigt er sich seit 2011 übrigens nicht mehr länger “nur” als DJ, sondern auch als Schlagzeuger am E-Instrument.
Konzeptalbum ja oder nein, darüber lässt sich an diesem Punkt auch streiten. Zwar findet sich ein roter Faden (” Professional Dreamers is an ode to everyone living their dream, and dreaming their lives”), dennoch finden sich auch Ausflüge ins Representerland oder den Storytellingbereich. Features kommen von Gnucci Banana, Chords und Lisa Ekdahl.

Joy Denalane – Maureen
“Maureen” – nach “Mamani”, “Born & Raised” und dem Ausflug mit “Dresden Soul Symphony” das dritte Album von Joy Denalane. Die Berlinerin präsentiert sich von vornherein sehr offen und persönlich. Auch am Albumtitel lässt sich das festmachen! Maureen ist ihr zweiter Vorname. Ein bisschen vor Release konnte man bereits durch Live Studio Sessions einen Einblick gewinnen. Oft und wieder vermehrt an ihrer Seite sieht man Max Herre. Die zwei kommen gemeinsam zu beachtlichem Output. Aufgenommen hat Joy ihr aktuelles Album neben Berlin auch wieder in Philly.
Eine heftiger Beat eröffnet “Maureen” und bahnt für die wahnsinnig gute Stimme der Protagonistin den Weg für “Niemand”. Die Remixversion ist auf der Juice CD erschienen, mit dabei sind neben Max Herre auch Samy Deluxe und Megaloh (jüngst gesignter Nesola Artist). Aber auch ohne die männlichen Kollegen wirkt Joy auf dem Beat keineswegs verloren. Zweifelsfrei verstecken sich auch hübsche Samples auf der Platte! Anspieltipps sind “Nie Wieder Nie Mehr”, “Du Allein” und “Mehr Als Wir”.

Sara Lugo – What About Love
Die junge und überaus talentierte Künstlerin Sara Lugo aus München präsentiert uns mit “What About Love” eine reichliche Portion Soul mit gut verständlichem Inhalt als Beilage, Reggae als zweitem Gang und Nachhaltigkeit als Nachspeise. Natürlich abwegig hier von der “Medal Of Rap” zu sprechen…
“What happened” (to the people) – mit dieser Frage eröffnet die attraktive 23-jährige ihr Debutalbum. Dabei hat sie ihr junger Werdegang bereits mit den Besten in Verbindung gebracht – Jahcoustix, Jamaram, The Evolution Band (Gentleman), Loomis Green (Gitarrist von Jan Delay), Lutan Fyah, Naptali oder Dub Inc. Anspieltipps sind “Maybe”, “One Of These Days” und “And Thry Again”!
Der Erfolg ist auf ihrer Seite und wird sie auf die Bühnen bringen. Sara Lugo for 2012.

AND Onez – Luft Nach Oben
Mit “Luft Nach Oben” präsentiert uns der Freiburger AND Onez ein beachtliches Debutalbum. Dabei brennt gleich der Opener aka Titeltrack und kommt mit einem durchdringenden Beat daher! Die Tracks thematisieren interessante Fragen, Glaube oder Adoleszenz. Dabei fehlen auch die Representer Tracks nicht. Alles in allem ein fesselndes Album mit einem eher ernsten Background.
Anspieltipps sind “Unsere Eltern Ham Gewonn” (Storytelling mit persönlichem Bezug zum Thema Graffiti), “Glaubenssache” und “Home Sweet Home” (Hommage an seine Heimatstadt Freiburg im Breisgau).

Jay Farmer – Dorf Rap
“Dorf Rap, Rap aus`m Kaff, das ist Dorf Rap”. – Dieser Aussage kann man ein erhebliches Selbstbewusstsein abgewinnen. Nun ja, immerhin hat uns Jay Farmer spätestens mit seinem zweiten Album “Dorf Rap” einen ernstzunehmenden Haufen vorgesetzt. Rein vom musikalischen abgesehen (Jay Farmer tritt seit 2011 mit Live Band auf vielen regionalen Festivals auf), brachte es dieser “Dorfräpper” in den letzten Jahren zu beachtlicher Bekanntheit.
Kopfnicker hin oder her – die ersten paar Tracks vermittlen ein bestimmtes Gefühl. Die Gesangsausflüge auf dem Album stellen wir aber dennoch in Frage. Battle/Representer Rap mal anders “Vom Scheitel Zur Schuhsohle”. Einmal “Dorfgschwätz” reingezogen, sind wir froh, dass uns Jay Farmer auf dem Rest der Platte keinen badischen Wörter um die Ohren fetzt. Hoffnungsvoll kommt “Kaffjunge” daher, der Track mit der wohl meisten Identifizierungspotential und live sicher gut zu performen. Anspieltipps sind außerdem “Ich Trag Dich Bei Mir” und “Bis Ihr Herz Ruht”. Nicht für jeden, dennoch für viele was dabei!

Schwäbische Küche – Wurde Auch Zeit
Ulmer Umgebung. Drei junge Männer machen Rapmusik und verschaffen sich mit “Wurde Auch Zeit” Output! Viel Cuts, gut abgestimmte Word Samples und eine immerwährende Abwechslung der zwei MCs Sill und Dan. “Wurde Auch Zeit” strebt dabei nach Storytelling und Representern (“Rat Mal Wer”). Sicher nicht einfach, über den eigenen Bewegungsradius hinaus zu kommen für die Schwäbische Küche. Mut zu mehr – die Spätzle haben es auch geschafft!

Kamikaze MC – Kritisch Aber Stabil
New Def Kamikaze (Dresden) präsentiert ein erwachsenes Album mit viel Abwechslung und fesselnden Zeilen. “Black Sheep” eröffnet als erster Track seine musikalische und inhaltliche Bandbreite. Dann folgen im Laufe von “Kritisch Aber Stabil” inhaltlich wertvolle Tracks wie “Veränderung” (mit Alibi), “Freunde” (mit Fipsuz), “Bau Dich Auf”, “Kopfstand” (mit T-Wonder), “Du Und Mich” oder “Irgendwann Bin Ich Hier Weg”. True School Ritter Kamikaze MC überzeugt auf voller Linie!

Ladi6 – The Liberation Of…
Die neuseeländische Künstlerin Ladi6 hat in ihrer Heimat bereits ein hohes Standing. Nun möchte sie den Weg nach Europa gehen, um auch hier die Menschen von ihren Studio- und Livequalitäten überzeugen! 2010 war sie bereits Übersee unterwegs um mit Fat Freddys Drop (neuseeländische Band im Bereich Roots/Reggae/Soul) ein paar Gigs zu spielen. Mit “The Liberation Of…” präsentiert sie ein Album, das sich dieses Standing hierzulande auch verdienen würde.
Die Kontakte nach Deutschland pflegt sie gut. Sepalot (Blumentopf) hat alle Tracks gemischt, gemastert wurden sie von Bubba Stylez. Teilweise wurde auch im Blumentopf Studio aufgenommen! Musikalisch flowt sie mit einer derartig markant tiefen Stimme über zumeist schnelle Beats im Bereich der 100bpm. Tracks wie “98 Til Now” stellen nicht nur dem Titel nach ihren Bezug zur HipHop Kultur klar – hier wird sie dem Titel dieser Rubrik dann eher gerecht. Gleich darauf folgt ein stampfender Beat – ein Song mit Potential wie “I Need A Dollar” von Aloe Blacc.
Dass die junge Frau Energie hat, zeigt sie auf ihrem Album mehr als deutlich! Mehr bitte!

Information

Date

25. Nov 2011

Link

Additional Information:

Unserer Meinung nach eine weitere Möglichkeit, um auf gute Musik aufmerksam zu machen – That`s It!
Die neuste Besprechung findet sich OBEN, das ganze zieht sich ein Jahr lang! Rechts findet ihr hilfreiche interne Links auf MOST-DEF.com!